Samizdat-Ausstellung in Frankfurt mit "Die wunderbaren Jahre" von Reiner Kunze

Die Ausstellung, die im Museum für Kommunikation Frankfurt im Rahmen des Kulturprogramms zum Ehrengast Tschechien auf der Frankfurter Buchmesse 2026 präsentiert wird, widmet sich der Unterdrückung individueller Freiheit durch diktatorische Regime.
Der Begriff Samisdat (russisch: самиздат) setzt sich aus сам („selbst“) und der Kurzform издат von издательство („Verlag“) zusammen. In der Zeit des Kommunismus entstand diese Form der Selbstveröffentlichung als Antwort auf die umfassende staatliche Zensur in der Sowjetunion und anderen osteuropäischen Ländern. Verbotene Literatur und regimekritische Texte wurden heimlich vervielfältigt und verbreitet.
Die Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung unterstützt die Ausstellung mit einer besonderen Leihgabe: Es handelt sich dabei um eine 1977 in der DDR hergestellte illegale und unter der Hand weitergereichte Kopie des Buches "Die wunderbaren Jahre" von Reiner Kunze.
Diese mit aufgebogenen Schlüsselringen zusammengehaltene Kopie seines Buches erhielt Reiner Kunze 1997 per Post mit einem persönlichen Gruß des Absenders: „Mit herzlichem Dank für Ihre wundervolle Prosa, dieses Exemplar, das mich durch die DDR Zeit begleitete an Sie zurück, damit Sie immer sehen können, auf welch wundersame Weise Literatur sich verbreiten kann!“
Das Ausstellungsprojekt ist eine Kooperation der Mährischen Landesbibliothek in Brünn und des Museums für Kommunikation in Frankfurt zum Ehrengast Tschechien der Frankfurter Buchmesse 2026.
